
Hausmäuse erkennen und bekämpfen: Anzeichen und Gefahren
Ein Rascheln in der Küchenschublade, angeknabberte Verpackungen im Vorratsschrank - Mäuse gehören zu den häufigsten Schädlingen im deutschen Haushalt. Meist harmlos wirkend, sind sie gesundheitlich ernster zu nehmen, als viele denken.
Befall: Anzeichen für Mäusebefall
Ein Mäusebefall bleibt selten lange unbemerkt, wenn man auf die richtigen Signale achtet. Am zuverlässigsten sind Kotspuren: Der Kot der Hausmaus ist spindelförmig, schwarz und misst nur etwa 3 bis 8 Millimeter. Da Mäuse sich kontinuierlich entleeren, finden sich die kleinen Kotpillen typischerweise entlang von Laufwegen, an Wandkanten oder in Schränken.
- Nagespuren: Mäuse nagen an Verpackungen, Lebensmitteltüten, Kabeln, Holz und Kunststoff. Charakteristisch sind kleine, unregelmäßige Löcher sowie zwei parallel verlaufende Rillen an den Nagestellen. Angeknabberte Kabel sind zudem ein ernstzunehmendes Brandrisiko.
- Geräusche: Kratzen, Rascheln, Trippeln oder leises Poltern in Wänden, unter dem Fußboden oder in der Zwischendecke - meist abends und nachts.
- Geruch: Mäuse markieren ihre Reviere mit Urin, wodurch sich vor allem in schlecht belüfteten Bereichen ein leicht säuerlicher, muffiger Geruch bildet.
- Eingänge: Kleine, oft nur wenige Millimeter breite Löcher oder Spalten an Rohrdurchführungen, Kellerfenstern oder Türschwellen. Fettige, dunkle Schmierspuren an den Rändern deuten auf regelmäßige Nutzung hin.
Erkennen: Maus oder junge Ratte?
Gerade bei kleinen Nagern kommt es häufig zur Verwechslung: Eine ausgewachsene Hausmaus wird schnell für eine junge Ratte gehalten - und umgekehrt. Wer die Art korrekt bestimmt, kann die Bekämpfung von Anfang an richtig ausrichten, denn Ratten erfordern in der Regel deutlich konsequentere Maßnahmen als Mäuse.
Ein wichtiges Merkmal ist die Kopf-Körper-Proportion: Bei jungen Ratten wirkt der Kopf im Verhältnis zum restlichen Körper bereits vergleichsweise groß und schwer, während die Hausmaus einen insgesamt schlankeren, gleichmäßiger proportionierten Körperbau mit spitzer zulaufender Schnauze hat. Am zuverlässigsten lässt sich die Art über Größe und Form des Kots bestimmen.
| Hausmaus | Junge Ratte | |
|---|---|---|
| Schnauze | Spitz zulaufend | Eher stumpf |
| Ohren (relativ zum Kopf) | Groß, dünn, auffällig | Klein bis mittelgroß, rundlich |
| Pfoten | Vergleichsweise klein und fein | Bereits deutlich größer und kräftiger |
| Kotgröße | 3-8 mm, spindelförmig | ca. 12-20 mm, bananenförmig |
| Kot-Verteilung | Viele kleine Häufchen, breit verteilt | Konzentriert an wenigen festen Stellen |
Gesundheitsgefahren
Hausmäuse sind nicht nur ein Ärgernis, sondern können ernstzunehmende Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden Hantaviren von infizierten Nagetieren über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können darin - auch getrocknet - mehrere Tage infektiös bleiben. Die Übertragung erfolgt vor allem durch das Einatmen aufgewirbelter, virushaltiger Stäube. In Deutschland gehen die gemeldeten Erkrankungen laut RKI in erster Linie auf das von der Rötelmaus übertragene Puumala-Virus zurück; auch andere Wildmausarten können in Wohnräume eindringen, weshalb beim Umgang mit Nagerkot grundsätzlich Vorsicht geboten ist - etwa durch Feuchtreinigung statt Aufwirbeln von Staub.
Ein zweites relevantes Risiko sind Salmonellen: Mäuse hinterlassen Urin- und Kotspuren, wenn sie über Arbeitsflächen oder offene Lebensmittel laufen. Eine Salmonellose äußert sich meist innerhalb von 12 bis 36 Stunden durch plötzlichen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.
Darüber hinaus wirken Mäusekot und -urin allergen: Hautschuppen, Haare sowie Eiweiße aus Urin und Speichel gelangen als Bestandteil von Hausstaub in die Raumluft und können beim Einatmen zu einer Sensibilisierung führen. Bei Kindern und Menschen mit Asthma kann dies bestehende Atemwegsbeschwerden verstärken.
Selbsthilfe & wann ein Kammerjäger nötig ist
Lebensmittel - auch Trockenwaren wie Müsli oder Mehl - sollten grundsätzlich in fest verschließbaren Behältern aufbewahrt werden, da Mäuse dünne Verpackungen und Papiertüten mühelos durchnagen. Da Mäuse extrem gelenkig sind, reichen ihnen erstaunlich kleine Öffnungen zum Eindringen: Spalten und Löcher ab etwa 6 Millimetern Breite - ungefähr der Durchmesser eines Kugelschreibers - können bereits ausreichen. Entsprechende Zugänge sollten mit mäusesicherem Material wie Edelstahlwolle oder Metallgittern abgedichtet werden; weiche Materialien wie Silikon allein bieten keinen dauerhaften Schutz.
Ist bereits ein Befall erkennbar, aber nur eine geringe Anzahl von Tieren betroffen, können Schlagfallen oder Köderstationen oft ausreichend Abhilfe schaffen - wichtig sind eine sinnvolle Platzierung entlang erkannter Laufwege und regelmäßige Kontrolle. Ein Fachbetrieb wird spätestens dann sinnvoll, wenn sich der Befall trotz eigener Maßnahmen nicht deutlich verringert, wenn mehrere Tiere oder ganze Nester mit Jungtieren gefunden werden, wenn der Befall wiederkehrt oder sich über mehrere Räume ausbreitet. Auch in Lebensmittelbetrieben, Gastronomie oder bei gesundheitlich stärker gefährdeten Personen im Haushalt ist der Einsatz eines geprüften Kammerjägers die sicherere und nachhaltigere Lösung.
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