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Kakerlake

Kakerlaken erkennen und bekämpfen: Anzeichen, Arten, Gefahren

Wer eine Kakerlake bei Tageslicht durch die Küche laufen sieht, hat es fast nie mit einem Einzelfall zu tun. Die Tiere sind nachtaktiv und scheu - Sichtbarkeit am Tag ist meist schon ein Zeichen für einen größeren, verborgenen Befall.

Befall: Anzeichen für Kakerlakenbefall

Ein Kakerlakenbefall bleibt oft lange unbemerkt, da sich die Tiere tagsüber in Ritzen und Spalten verstecken und erst in der Dunkelheit aktiv werden.

  • Kotspuren: kleine, dunkle Kotkrümel, die stark an Kaffeesatz oder gemahlenen Pfeffer erinnern, meist entlang von Laufwegen oder hinter Küchengeräten.
  • Geruch: bei stärkerem Befall ein unangenehmer, öliger bis süßlich-modriger Geruch aus Ausscheidungen und Pheromonen.
  • Häutungsreste: durchsichtige, leere Hüllen an den Verstecken der Tiere.
  • Ootheken: braune bis schwarze, kapselförmige Eipakete, die an geschützten Stellen abgelegt werden.

Da Kakerlaken nachtaktiv und tagsüber lichtscheu sind, deutet die Sichtung einzelner Tiere bei Tageslicht in der Regel auf einen bereits stärkeren Befall hin - die Population hat dann keinen ausreichenden Rückzugsraum mehr für alle Tiere.

Erkennen: Deutsche Schabe oder Orientalische Schabe?

In Deutschland treten vor allem zwei Schabenarten in Wohnungen und Gewerbeküchen auf: die Deutsche Schabe (Blattella germanica) und die Orientalische Schabe (Blatta orientalis).

Die Deutsche Schabe ist mit 10 bis 15 mm deutlich kleiner, gelblich-braun gefärbt mit zwei dunklen Längsstreifen auf dem Halsschild, und bevorzugt warme, feuchte Bereiche wie Küchen oder Bäder. Die Orientalische Schabe ist mit 20 bis 30 mm deutlich größer, einfarbig dunkelbraun bis schwarz, flugunfähig und bevorzugt kühlere, sehr feuchte Standorte wie Keller, Kanalschächte oder Müllräume.

Deutsche Schabe vs. Orientalische Schabe
Deutsche SchabeOrientalische Schabe
Größeca. 10-15 mmca. 20-30 mm
FarbeGelblich-braun, zwei dunkle LängsstreifenEinfarbig dunkelbraun bis schwarz
FlugfähigkeitNur kurzer Gleitflug möglichFlugunfähig
Bevorzugtes KlimaWarm-feuchtKühler, sehr feucht
Bevorzugte StandorteKüchen, Bäder, HeizungsnäheKeller, Kanalisation, Müllräume

Gesundheitsgefahren

Kakerlaken zählen zu den gesundheitlich bedeutsamsten Schädlingen im Wohnbereich. Nach Angaben des Umweltbundesamts wurden auf Schaben bereits rund 40 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen, die beim Menschen Krankheiten auslösen können - darunter Salmonellen. Die Tiere nehmen Keime in Abfällen und Küchenabflüssen auf und verschleppen sie über ihre Beine und Ausscheidungen auf Lebensmittel und Arbeitsflächen.

Neben der direkten Erregerübertragung spielen Kakerlaken auch als Allergieauslöser eine wichtige Rolle: Häutungsreste, Kotpartikel und Speichel enthalten Eiweißstoffe, die als Allergene wirken und mit Hausstaub eingeatmet werden. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Kakerlaken-Allergenen in Innenräumen und der Häufigkeit sowie Schwere von Asthmaanfällen - Kinder sind besonders betroffen, da wiederholter Kontakt bestehendes Asthma verschlimmern und die Sensibilisierung begünstigen kann.

Hinzu kommt die Kontamination von Lebensmitteln: Schon der Kontakt einzelner Tiere mit offen gelagerten Vorräten kann diese durch Kot und Speichel ungenießbar machen.

Selbsthilfe & wann ein Kammerjäger nötig ist

Die wirksamste Vorbeugung beginnt bei der Beseitigung von Nahrung, Wasser und Verstecken: Essensreste sofort entfernen, Mülleimer regelmäßig leeren, Lebensmittel in fest schließenden Behältern lagern, tropfende Wasserhähne reparieren und Ritzen an Rohrdurchführungen oder Fußleisten abdichten, um Einwanderungswege zu unterbinden.

Bei einer einzelnen Sichtung oder einem sehr frühen, begrenzten Befall können Gel-Köder oder Klebefallen helfen, das Ausmaß einzuschätzen. Spätestens wenn Kakerlaken regelmäßig und an mehreren Stellen der Wohnung auftauchen, mehrere Ootheken gefunden werden oder Tiere auch tagsüber sichtbar sind, reichen Hausmittel in der Regel nicht mehr aus.

Besondere Vorsicht ist in Mehrfamilienhäusern geboten: Schaben wandern über Rohrleitungen und Wandritzen problemlos von Wohnung zu Wohnung. Wird nur eine einzelne Wohnung behandelt, während der Befall in Nachbarwohnungen weiterbesteht, kehren die Tiere meist zurück. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher ausdrücklich, bei einer professionellen Bekämpfung auch angrenzende Wohneinheiten mit einzubeziehen - ein erfahrener Kammerjäger kann die Schabenart korrekt bestimmen und eine koordinierte, nachhaltige Bekämpfung durchführen.

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